Unser Schulsong – „Du und ich“

Aus dem Westfalen-Blatt vom 27.06.2026

Wie die Grundschule Schloß Neuhaus vom „Startchancenprogramm“ profitiert

Musikprojekt und mehr Personal

Von Dietmar Kemper

PADERBORN (WV). „Du und ich“ heißt der neue Song der Grundschule Schloß Neuhaus.

Er soll das Gemeinschaftsgefühl unter den 450 Kindern stärken. Identifikation zu fördern ist eines der Hauptziele des „Startchancenprogramms“ von Bund und Land NRW. Neben dem Grundschulverbund Riemeke-Theodor, der Grundschule Kaukenberg und der Sertürner-Schule wurde die Grundschule Schloß Neuhaus für das „Startchancenprogramm“ ausgewählt. Dadurch ergeben sich für sie zusätzliche finanzielle Möglichkeiten.

„Wir hätten sonst nie das Budget von 2500 Euro gehabt“, sagte die Startchancenbeauftragte der Schule, Marina Schierok (43), am Dienstag mit Blick auf das neue Musikprojekt.  Am selben Tag nahm der „Minimusiker“ Till Notzon mit den Kindern erst in der Sporthalle den neuen Son „Du und ich“ auf und anschließend im Musikraum mit den einzelnen Klassen zwölf weitere Lieder für eine goldene Schallplatte.

Till Notzon gehört der Organisation Minimusiker in Münster an, die Liede rühr Kinder komponiert. „Wir sind in Deutschland mit 15 Teams von Kiel bis zum Bodensee unterwegs und singen im Jahr mit 50.000 Kindern“, erzählte er. In der Grundschule Schloß Neuhaus machte Notzon die Jungen und Mädchen selbst zu Minimusikern. Wenn man sich musikalisch aufeinander einlasse, entstehe eine Art Magie, hat er beobachtet. In „Du und ich“ heißt es: „Du und ich, alle sind willkommen, du und ich, ja so klingt das hier, du und ich an der Grundschule Schloß Neuhaus, du und ich Klasse 1 bis 4.“ Was der ein oder andere vielleicht für überflüssig halten mag, ergibt für die am „Startchancenprogramm“ beteiligten Schulen Sinn. Denn bei ihnen handelt es sich um Schulen mit besonderen Herausforderungen. Die Mädchen und Jungen kommen aus unterschiedlichen Herkunftsländern, weisen unterschiedliche Lernstände auf, stammen nicht selten aus bildungsfernen Haushalten und haben teilweise einen sonderpädagogischen Förderbedarf.

Durch das „Startchancenprogramm“ solle aber nicht nur das Gemeinschaftsgefühl gefördert werden, betont Schulleiter Thomas Güth (55): „Es geht auch um die Stärkung der Basiskompetenzen in Mathematik, Deutsch und im sozial-emotionalen Bereich.“ Um dies zu leisten, bekomme die Schule zusätzliche Materialien wie Lernspiele und Bücher. „Und Spielgeld für jedes Kind“, ergänzt Marina Schierok: „Für einige Kinder ist es wichtig, Geld in der Hand zu halten, damit es im Kopf ankommt.“

Aus dem „Startchancenprogramm“ hat die Schule für dieses Schuljahr knapp 30.000 Euro zusätzlich bekommen. Das ist eine willkommene Ergänzung zum schmalen Schuletat. Die Grundschule Schloß Neuhaus nutzt seit einem Jahr das „Startchancenprogramm“, das die Kinder nicht nur fördern, sondern auch fordern will. Acht weitere Jahre wird die Grundschule dabei sein.

Zeitungsartikel vom 27.06.2026